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Unterricht an der Ferdinand-Krüger-Schule
Die Schule für Kranke sieht ihre allgemeine Aufgabe darin, schulisches Lernen trotz Krankheit während des Klinikaufenthaltes fortzuführen
Im Einzelunterricht oder in der Kleingruppe lernt der Schüler, seine individuellen Kräfte richtig einzusetzen und zu dosieren. Er kann positive Lernerfahrungen sammeln. Eine Atmosphäre der Ruhe und des Zeithabens ermöglicht das Nachdenken, das Ausprobieren, das Anwenden. Die alltäglichen Vorgänge in der Schule beschützen den einzelnen Schüler. Sie stabilisieren ihn gegenüber der Angst und den Gefühlen des Versagens Nach dem Klinikaufenthalt sollen die Schüler soziale, inhaltliche und organisatorische Bedingungen ihrer jeweiligen Heimatschule wieder bewältigen können. Die Schule für Kranke will sie hierbei begleiten
Lerninhalte und Unterrichtsmethoden werden an der Schule für Kranke durch unterschiedliche Vorbedingungen beeinflusst:
- Bedürfnisse und Befindlichkeiten sowie Fähigkeiten und Fertigkeiten des einzelnen Schülerpatienten müssen bei der inhaltlichen Stoffauswahl und bei den methodischen Wegen berücksichtigt werden. –
- Die Bedingungen der jeweiligen heterogenen Lerngruppen müssen bedacht werden.
- Die Eltern haben bestimmte Erwartungen an den Unterricht.
- Die ständige Fluktuation durch Neuaufnahmen und Entlassungen beeinflusst den Unterricht.
- Zeitliche Vorgaben durch Therapie erschweren es, einen kontinuierlichen Stundenplan aufzustellen und konstante Lerngruppen zu bilden.
- Räumliche Schulbedingungen setzen Grenzen.
An der Schule für Kranke ist das schwankende Befinden des Schülers während des Unterrichts ausschlaggebend für die Wahl der Lerninhalte und –methoden. Leistungsdruck, Misserfolgserlebnisse und Überforderungen werden vermieden. Kann das Kind oder der Jugendliche den von der Heimatschule berichteten Stoff nicht bewältigen, stellen wir uns im Unterricht der Schule für Kranke mit Bedürfnis orientierten, individuellen Inhalten und Methoden darauf ein. Fähigkeiten und Fertigkeiten sollen schrittweise gesteigert werden. Lernmaterialien und Lerninhalte mit hohem Aufforderungscharakter, mit der Möglichkeit der Selbsttätigkeit, der Selbstkontrolle und des Erfolges haben hier einen besonderen Stellenwert. Leistungsstarke und motivierte Schüler können an zusätzlichen, selbst gewählten Themen arbeiten.
Die Heterogenität der einzelnen Lerngruppe mit unterschiedlichen Stoffplänen, unterschiedlichen Heimatschulen, verschiedenen Schulbüchern, verschiedenen Methoden z.B. im Erstlesen, im Erstrechnen, im Erstschreiben, Fremdsprachenunterricht stellt den Krankenhauslehrer vor zwei inhaltlich-methodische Aufgaben: Er muss mit dem einzelnen Schüler lehrgangsmäßig weiterarbeiten, so dass möglichst keine Lernrückstände entstehen. Er muss der Gruppe Gelegenheit zu gemeinsamen unterrichtlichen Vorhaben geben, weil auch das Sozialverhalten in der Lerngruppe trainiert werden soll.
3. Fördermöglichkeiten
Ein großer Teil unserer Schüler zeigt Auffälligkeiten im Lern-, Leistungs- und Sozialverhalten. Vor dem Hintergrund der organisatorischen Rahmenbedingungen in unserer Schule für Kranke ergeben sich spezielle Möglichkeiten darauf einzugehen.Wir können relativ schnell das Lern- und Leistungsverhalten des einzelnen Schülers feststellen. Dazu tragen bei
- gezielte Beobachtungen im Unterricht,
- informelle Überprüfungen des Leistungsstandes, auch Anwendung von Schulleistungstests,
- Gespräche mit dem Schüler (Einstellung zur Schule),
- Information durch die Heimatschule,
- Information durch die Klinik
Im Kleingruppenunterricht ist es möglich, verstärkt individuell zu arbeiten durch
- Anknüpfen an die Interessen der Schüler,
- vorläufiges Weglassen unbeliebter Inhalte,
- Reduzieren oder Erweitern der Anforderungen,
- Aufbereiten des Unterrichts in kleine, individuelle, „sichere“ Lernschritte
- gezielte Interventionsmöglichkeiten während des Unterrichts,
- Aufarbeiten von Wissenslücken.
Zusammen mit intensiver persönlicher Zuwendung können Selbstwertgefühl und Selbstvertrauen des Schülers in Bezug auf seine schulische Leistungsfähigkeit eher gestärkt werden als in einer größeren Gruppe.
Bei Auffälligkeiten im Sozialverhalten bieten die flexiblen Organisationsformen der Schule für Kranke die Möglichkeit, die Gruppengröße zu variieren (Einzelunterricht, Unterricht in Kleingruppen, Zusammenlegung mehrerer Gruppen). Dabei können sowohl altersgleiche als auch altersgemischte Gruppen zusammengestellt werden. Dadurch können wir an die Bedürfnisse des Schülers angepasste soziale Übungsformen anbieten (z.B. Rollenspiel, Gesprächskreis, körperorientierte Verfahren). Wo es möglich ist, können die Schüler zusammenarbeiten und sich gegenseitig helfen. Teilleistungsschwächen versuchen wir gezielt durch spezielle Trainingsprogramme, Übungen und Spiele zu beheben.
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