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Organisation des Unterrichts
1. Der Unterricht in der Lerngruppe
Die meisten Schüler werden in Lerngruppen unterrichtet. Der einzelnen Gruppe gehören in aller Regel nicht mehr als drei Schüler an. Die engen räumlichen Bedingungen unserer Klassenräume lassen leider die Bildung größerer Lerngruppen nicht zu. Wir hoffen, dass der geplante Neubau unserer Schule diese gravierenden räumlichen Einschränkungen bald beheben wird. Leider ist ein Baubeginn zurzeit nicht absehbar.
Die Schüler einer Lerngruppe sind, soweit sich das einrichten lässt, etwa altersgleich und kommen aus der gleichen Schulstufe (Primarstufe, Sekundarstufe I, Sekundarstufe II). Die Zugehörigkeit zur entsprechenden Schulform kann unterschiedlich sein. Der Unterrichtsumfang ist abhängig von der persönlichen Belastbarkeit des Schülers, vom zu erarbeitenden Stoffpensum und von organisatorischen Vorgaben der Klinik. So haben etwa gruppentherapeutische und motopädische Angebote Vorrang vor schulischen Angeboten. Der Schwerpunkt der Arbeit in der Lerngruppe liegt in der Vermittlung von Fächern, die in der Stundentafel der Heimatschule mit drei und mehr Wochenstunden ausgewiesen sind. Die Lerngruppe ist so organisiert, dass sie für die Schüler den Charakter des Klassenunterrichts hat. Der Lehrer oder die Lehrerin hat für die Schüler die Funktion des Klassenlehrers/ der Klassenlehrerin und ist der oder die direkte Ansprechpasrtnerin
2. Unterricht in der Fachgruppe
Insbesondere ältere Schüler, die beispielsweise eine zweite oder dritte Fremdsprache erlernen, erhalten zusätzlich zum Unterricht in ihrer Lerngruppe Fachunterricht. Der Unterricht in der Fachgruppe findet einstündig etwa zwei- bis dreimal in der Woche statt. Schwerpunktmäßig wird Fachunterricht in Deutsch, Mathematik, Englisch, Latein und Französisch erteilt. Es kann zwischen Einzelunterricht und einer heterogenen Kleingruppe variiert werden.
3. Unterricht in Neigungsgruppen
In sachunterrichtlichen Fächern, im projektorientierten Unterricht, im Bereich des Werkens und der Hauswirtschaft sowie im Musik- und Kunstunterricht können Neigungsgruppen gebildet werden, die von Schülern verschiedener Gruppen und Altersstufen besucht werden und die etwa ein- bis zweimal pro Woche stattfinden.
4. Fördergruppen
Für Schüler, die wegen bestimmter Teilleistungsschwächen (z.B. Sprachstörungen, L-R-S) Schulprobleme mitbringen, wäre es wünschenswert, zusätzliche Fördergruppen einzurichten. Bislang erfolgt dieser Förderunterricht in integrierter Form innerhalb der bestehenden Lerngruppe im Rahmen der inneren Differenzierung. Eine erhöhte Lehrerzuweisung könnte hier bessere Förderbedingungen schaffen.
5. Der Einzelunterricht
Schüler, die in ihrem Sozialverhalten sowie in ihrem Lern- und Leistungsverhalten durch ihre Krankheit so beeinträchtigt sind, dass ein Lernen in der Gruppe für sie und für die Gruppe zu belastend ist, werden einzeln unterrichtet. Sie sollen hierbei behutsam befähigt werden, allmählich wieder – zunächst – mit einem Mitschüler zusammen zu lernen. Darauf aufbauend sollen sie wieder gruppenfähig werden. Es ist anzumerken, dass Einzelunterricht personalintensiv ist und dass deshalb oft nicht in wünschenswertem Umfang davon Gebrauch gemacht werden kann.
6. Die externe Beschulung
Für bestimmte Schüler und Schülerinnen unserer Schule kann es sowohl aus therapeutischer Sicht als auch aus sonder- pädagogischer Sicht sinnvoll sein, wenn sie während des Klinikaufenthaltes probeweise eine (Regel-) Schule im Schulbezirk Bochum- Südwest besuchen bzw. ihre Heimatschule probeweise besuchen. Es handelt sich hierbei jeweils um eine Maßnahme, die eines besonders sorgfältig abgestimmten Vorgehens der Therapeuten und unserer Schule bedarf. Für die Schule für Kranke wird bei einer solchen Maßnahme eine mit hoher Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Mitarbeit des Schülers im „normalen“ schulischen Umfeld der Regelschule die Richtschnur ihrer Empfehlung sein. Während der Probebeschulung ist sichergestellt, dass der Schüler/ die Schülerin jederzeit an unsere Schule zurückkkehren kann.
Beratung
Die Lehrerinnen und Lehrer unserer Schule verstehen den Arbeitsbereich Beratung als eine zusätzliche zu Erziehung und Unterricht bedeutsame Aufgabe. Sie haben drei Aspekte im Blick: - Wir lassen uns beraten. - Wir beraten andere. - Wir beraten uns mit jemandem. Bei Beratungsgesprächen haben wir unterschiedliche Gesprächspartner: Theapeuten, Eltern, Heimatschulen, Kollegen, Schüler, Betreuer, Heimerzieher.
Informationen durch Betreuer und Therapeuten stellen wir uns auf die momentane Befindlichkeit und unterrichtliche Belastbarkeit des Schülers ein. - Wir nehmen an den Visiten der Kinder- und Jugendpsychiatrie teil, um im multiprofessionalen Team auch die schulischen Belange mit einzubringen. - Wir informieren die Therapeuten über im Unterricht beobachtete Auffälligkeiten des Kindes, geben Hilfen (in Zusammenarbeit mit den Heimatschulen) bei der Schullaufbahnberatung bzw. Berufsfindung und begleiten die Einleitung und Durchführung von AO-SF‘s. - Wir unterstützen den Therapeuten in seiner Elternarbeit, dabei besprechen wir mit den Eltern (und bei Heimkindern mit den Erziehern), welchen Einfluss sie auf Schulschwierigkeiten ihres Kindes haben und in welcher Weise sie darauf reagieren können.
Einen breiten Raum nehmen Gespräche mit den Lehrern der Heimatschulen während und am Ende des Klinikaufenthaltes ein. Ziel dieser Kontakte ist die Hilfe zur Wiedereingliederung des Schülers. Bei der Entlassung eines Kindes erhält die Heimatschule einen abschließenden Schulbericht, in dem alle notwendigen Informationen zum Leistungs- und Sozialverhalten sowie Vorschläge zur weiteren Beschulung enthalten sind.
Beratung bedarf sowohl der inhaltlichen Abstimmung als auch der organisatorischen Planung unter den Beteiligten. An der Schule für Kranke gibt es - informelle Beratungssituationen ( Pausengespräche, Flurkontakte), - vereinbarte Gesprächstermine, die je nach aktuellem Bedarf seitens der Beteiligten organisiert werden, - Telefonkontakte, - Besuch von Kollegen an ihren Schulen, - Besuche von Heimen, - Einladungen zu uns zu einem Beratungsgespräch, - Begleitung unserer Schüler in eine neue Umgebung (z.B. beim Wechsel der Schule).
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